ÜBER
MEIN KÜNSTLERISCHER WERDEGANG.
DIE DINGE FINDEN
Mein Werdegang lässt sich als eine vielschichtige Reise durch die Bereiche des künstlerischen Schaffens beschreiben – geprägt von Experiment, Fantasie und einer intensiven Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ausdrucksformen.
Skulptur, Performance, Druckgrafik, Materialcollage und Malerei waren dabei wichtige Stationen.
Doch im Zentrum stand und steht immer die Zeichnung – als Ursprung und verbindendes Element meiner künstlerischen Arbeit.
BEGINN
Seit Anbeginn habe ich gemalt, oder vielmehr vor allem immer gezeichnet.
Die Zeichnung als ursprünglichste Ausdrucksform war und ist der Kern meiner Arbeit.
Immer schon ging es um das Erfassen und Widerspiegeln der Themen, die mich begeistert haben oder welche mir einfach auch nur Spaß gemacht haben – Tiere, Pflanzen und Menschen, im Besonderen der menschliche Körper. Das Zeichnen war die direkteste und ehrlichste Form, meine Beobachtungen und Ideen festzuhalten.
Während Schule und Studium blieb Kunst die prägende Kraft – ein ständiger Antrieb, Ausdruck und ein agiles Experiment.
STUDIUM
Das Designstudium an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden mit dem Abschluss 1999 als Diplom-Designer für visuelle Kommunikation war für mich ein konsequenter Schritt, um meine Kreativität auch in der angewandten Kunst – dem Design – mit seinen kreativen Ansätzen, aber klaren Rahmenbedingungen und Aufgabenstellungen zu praktizieren.
Parallel dazu blieb die freie Kunst aber der persönliche Interessenschwerpunkt – täglich präsent, sei es im Schaffen selbst oder im gedanklichen Entwickeln neuer Themen und Arbeiten.
Es folgten erste Ausstellungen, künstlerische Exkursionen, unter anderem nach Israel, und der Aufbau von Kontakten zu Sammlern.
Meine Ateliers befanden sich zunächst in Wiesbaden und später in Frankfurt.
Um meine Positionen weiter zu schärfen, absolvierte ich von 2002 bis 2004 ein Gaststudium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, “Städelschule” in Frankfurt, bei Professor Hermann Nitsch und Thomas Bayrle. Der intensive Austausch mit Künstlern, Lehrenden und dem Kunstmarkt war dabei prägend.
ENTWICKLUNG
Seitdem verfolge ich konsequent meine eigenen Themen und entwickle meine Formensprache intensiv weiter.
Zeitweise von raumgreifenden Installationen und auch Performances, dann im Weiteren über abstrakte und auch teilweise destruktive experimentelle Malerei, um die Grenzen des Mediums auszuloten, bis hin zur komplexen Mischung aus Malerei und Zeichnung.
Die Zeichnung bleibt dabei immer das existentielle Fundament – technisch wie inhaltlich, stetig der akribischen Weiterentwicklung unterworfen und pausenlos neu interpretiert.
DER AUSLANDSAUFENTHALT
Von 2006 bis 2013 lebte ich in Spanien in Barcelona.
Diese Zeit prägte mich besonders in der Wahrnehmung, was Licht, Schatten, aber besonders die Vielfalt der Pflanzen anging. Zurück in Deutschland war meine Sensibilität für Pflanzen extrem geschärft und sensibilisiert.
AKTUELL
So ist zunehmend in den letzten Jahren die Zeichnung zum essenziellen Kern und Hauptbestandteil meines Œuvres geworden – sie bildet den Urstrom meiner künstlerischen Arbeit.
Auch meine Malerei trägt die Spuren der Zeichnung in sich. Beide Disziplinen stehen heute in einem lebendigen Dialog miteinander.
AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNG
Meine Arbeiten zirkulieren überwiegend im privaten Rahmen.
Sammler und Interessenten finden über persönliche Kontakte oder Empfehlungen zu mir.
Viele Werke statten Häuser, Wohnungen und Geschäftsräume aus – mal sehr umfangreich, mal als einzelner Akzent. Aber immer als prägnante Begleiter des Alltags und lebendiger Teil der Menschen, die dort verweilen und mit den Arbeiten regelmäßig konfrontiert werden wollen.
Die Werke agieren im Austausch mit den Menschen, und entwickeln durch diesen intensiven Kontakt immer wieder neue Bedeutungen und Interpretationsspielräume.
Meist beständiger als bei temporären Ausstellungen.
THEMEN UND KONZEPTE.
EINES STEHT FEST …
Was genau sich in meiner Kunst verbirgt, liegt tatsächlich am Ende “im Auge des Betrachters“ und in der unmittelbaren emotionalen Reaktion eines jeden Einzelnen …
Aber natürlich beschäftigen mich diverse Themen sowohl inhaltlich als auch formal – obwohl beides nie voneinander gelöst werden kann –, die ich bewusst und dann im Folgenden unbewusst einbringe und verarbeite.
Die Arbeiten sind im Vorfeld intensiv erdacht und aus allen Themen und aktuellen Einflüssen recherchiert, analysiert und komponiert.
Das „Zufällige“ entsteht erst im Folgeprozess der Umsetzung.
Es geht in allen Arbeiten um Beziehungen und unerwartete Wechselwirkungen zwischen Dingen, Formen, Elementen, Figuren, Farben, Techniken und Ausdrucksformen.
In diesen Beziehungszwischenräumen und Grenzen, die zu Schnittmengen werden, verknüpfen sich die Dinge zu einem neuen, eigenen und sich wandelnden Gebilde. Hier können neue Ideen, unerwartete Begegnungen und überraschende Momente passieren.
Der formale Ausgang ist bei den aktuellen Arbeiten immer eine figurative Darstellung von Dingen. Bestehend aus drei Kernthemen:
MENSCH
Mensch als Figur, körperbetont, in verschiedenen Ansichten, Anschnitten und Positionen. In Kombination mit unterschiedlichen Kleidungen als Akzente, aber meist mit freien Körpern. Muskeln, Adern, Haut, Falten, Gesicht …
TIER
Das weitere Thema ist die Natur mit ihren Lebewesen. Tiere, die uns umgeben, oder welche wir so noch nicht entdeckt haben. Hier werden Formen, Oberflächen und Farben und deren Vielfalt genutzt. Unerwartete extreme Silhouetten und Körper werden eingefügt. Ob es ein Fisch, Vogel oder Insekt ist, richtet sich nach einem Gefühl des “an dieser oder jener Stelle passt es”. Auch die Aussage des Lebewesens aus sich heraus und was es an Fähigkeiten, Bewegungen, Deutungen mit sich bringt, ist extrem relevant.
PFLANZE
Auch wieder aus dem Bereich der Natur entspringt die Pflanzenwelt. Hier geht es nicht um die Schönheit einer Pflanze, ob Blüte, Frucht, Stamm, Ast oder Blatt, sondern um die ausstrahlende Kraft und was diese darstellen könnte.
Inhaltlich werden diese Themen miteinander, kollagenhaft und skulptural, umeinander geflochten und verwoben. Hier entstehen nun die unerwarteten und auch formal abstrakten Beziehungen. Es entstehen Geflechte, Überschneidungen, Vernetzungen, Formen, Farbmischungen, Wiederholungen, Ornamente, Muster, Oberflächen und Strukturen.
Dass dieses alles miteinander verknüpft ist, wird deutlich sichtbar.
BEZIEHUNGEN
Als zusätzliche Ebene wird noch die Ebene von sozialen und kulturellen Themen eingebracht. Diese finden sich in möglichen Akzentelementen oder auch kompositorischen Momenten wieder. Immer als Andeutung, nie als Hauptthema.
Hier geht es um Menschen und ihr Dasein in Beruf, Glauben, Kultur und Beziehung zueinander. Streit, Kampf, Religion, Freude, Nachdenklichkeit, Rollenbilder, Körper und Gesundheit, Alter, Schönheit, Kraft oder auch Schwäche, um nur einige zu benennen.
Manchmal eher leicht mit sanften Gesten und einem Flügelschlag oder kraftvoll und angriffslustig mit gespannten Muskeln …
LEBENSRÄUME
Es geht auch um Architektur und Lebensräume. Ein Haus. Eine Industrieanlage. Ein Gebäudekomplex. Orte, in denen wir uns bewegen …
In diesen Welten, die sich eröffnen und entstehen, verschmelzen die Themen und Elemente zu einem gesamthaften Objekt.
Akzentuiert in der Zeichnung und auch in der Malerei werden diese Objekte von starken, leuchtenden Farben, die im Gegensatz zu matten und erdigen Flächen um Aufmerksamkeit konkurrieren.
Der Effekt des Neon ist allgegenwärtig und bildet besonders bei den Zeichnungen einen starken Kontrast zu dem Grafit. Mal als Betonung, mal als aufgeladenes, kraftvolles Rauschen im Hintergrund.
STIL UND TECHNIK.
EIN ANDAUERNDES EXPERIMENTIEREN UND LERNEN
Stylistisch und technisch formal sind die aktuellen Arbeiten figurativ mit Anlehnungen an Fotorealismus, viele Details zunächst sehr naturgetreu erfassend.
In einem zweiten Schritt werden die Elemente dann abstrahiert und aus ihrem Naturalismus gebrochen. Freie Ströme und Bewegungen entstehen.
Reale Details werden neu interpretiert oder nach Bedarf verfremdet.
Es gibt surrealistische Passagen.
In der Malerei verhält es sich ähnlich. Die realistischen Abbildungen werden durch abstrakte Formen und Farben überhöht oder ergänzt.
Lackspray als leichter, aber durch die Farbigkeit starker Akzent wird viel verwendet.
Im gesamten Schaffenswerk gab es auch Phasen mit skulpturalen und materialkollagenhaften Arbeiten, in einer Mischung aus extrem synthetischen Materialien aus Baumärkten, kombiniert mit natürlichen Materialien wie Holz oder Stein und realen Pflanzen.
LETZTENDLICH ENTSCHEIDET DAS AUGE DES BETRACHTERS, …
… ABER AUFGRUND MEINER INITIATIVE!
Meine Arbeit soll zunächst unmittelbar berühren. Etwas hervorrufen, eine Reaktion provozieren, ein unmittelbares Gefühl erzeugen. Ob Interesse oder Ablehnung, ist zunächst sekundär.
Im Folgenden – sofern man nicht abgeschreckt ist und sich abwendet – steht die schrittweise Auseinandersetzung mit den ersten sichtbar werdenden Figuren, Formen und sich daraus ergebenden möglichen Themen.
Ein Suchen, Finden und ein Prozess des Interpretierens finden statt.
Immer gibt es in meinen Arbeiten einen annähernd realistischen oder figurativen Bestandteil, der am schnellsten erfasst wird und so den schnellen Eintritt in die Welt der verschiedenen Dinge und Themen ermöglicht.
Hier sollen sich die Betrachter auf eine Reise und Suche begeben, bei welcher das Vorgefundene mit ihren eigenen Erfahrungen zu einer individuellen und emotionalen Erfahrung wird.
Darüber hinaus dürfen die Arbeiten, egal welcher Formsache sie folgen, auch einfach nur wirken, schön sein und begeistern. Egal ob durch die Farbe, oder die Faszination für Details, oder die Gesamtkomposition an sich.
Man muss nicht immer eine Bedeutung oder eine komplexe Aussage erwarten. Auch das einfache, schlichte Alltägliche soll wirken und erscheinen. Eine Aura der Leichtigkeit – trotz einer möglichen Komplexität im Hintergrund – soll die Gedanken des Betrachters tragen und beflügeln.
VITA.
1993–Heute — FRANKFURT
Tätigkeit als freischaffender Künstler.
1999–Heute — FRANKFURT
Tätigkeit als Designer und Creative Director im Bereich Corporate, Brand
und Spatial Design.
2013–Heute
Aufenthalt Frankfurt.
Atelier in Frankfurt.
2010–2013 — Barcelona
Ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Deutschen Schule Barcelona, Schwerpunkte: Corporate Identity, Kommunikationsmedien, interne Prozesse und Pädagogik.
2006–2013
Aufenthalt in Barcelona.
Weiterentwicklung und Schärfung der zeichnerischen Ausdruckskraft.
Besonders Pflanze und Tier.
Atelier in Barcelona.
2002–2004 — FRANKFURT
Gaststudium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste,
Städelschule, bei Professor H. Nitsch und T. Bayrle.
Atelier in Frankfurt.
1998 — WIESBADEN
Abschluss visuelles Kommunikationsdesign, Hochschule Rhein-Main,
Wiesbaden, Dipl. Des FH.
Atelier in Wiesbaden.
Geboren 1973 in Frankfurt.
